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Ear Biometrics Austrian Interview

Austrian National Television and Radio  

Transcript of my interview on the Austrian National Television and Radio Program Matrix
 Ear-Recognition oder: zeig mir dein Ohr und ich sag dir, wer du bist (von Edith Bachkönig)

Biometrics ist das Zauberwort, mit dem sich in Zukunft alle Türen und Bankkonten öffnen lassen sollen. Gemeint sind die Maße und Merkmale einzelner Körperteile: der Hand, des Gesichts, des Ohrs und die der Augen, aber auch Verhaltensmaßstäbe, die jeder Einzelne an den Tag legt: wie man schreibt, spricht, sich bewegt. Die Einzigartigkeit der Augen nutzen Firmen in Japan und den USA bereits bei Geldautomaten. Die Maschine identifiziert die Menschen an den Farben der Iris. Passwörter und Codes werden überflüssig. Die Maschine liest die Informationen, die sie braucht, einfach von den Augen ab.

Versuche, den Menschen am Gesicht zu erkennen, sind bei Maschinen nicht so gut angekommen. Denn der kriminalistische Spürsinn versagt oft, sobald sich die Betroffenen neue Frisuren oder Brillen zulegen, Bärte wachsen lassen oder auch nur das Gesicht verziehen. Im Unterschied dazu kann man Ohren nicht so leicht verändern. Die Umrisse des Ohres sind bei jedem Menschen einmalig, sagt der Systemforscher Mark Burge. Die Ohren bleiben das ganze Leben lang gleich. Sogar Zwillinge, schwärmt Burge, haben unterschiedliche Ohren.

Mark Burge: "Der Hauptgrund, warum wir mehr an der Ohr-Erkennung interessiert sind als an Gesicht oder Fingerprint ist, daß Ohr-Erkennung verdeckt gemacht werden kann. Ohne Erlaubnis des Subjekts. Fingerprints muß man erzwingen. Aber Ohren kann man auch von der Ferne erkennen, ohne Wissen des Subjekts. Das ist in manchen Fällen wichtig."

Bei Fahndungen vielleicht. Aber in den anderen Fällen wird die Anonymität preisgegeben ohne daß man vorher gefragt wird. Jeder Datenschutz würde damit hinfällig. "Aber das mÜßte die Politik klÄren", sagt Burge. Für ihn ist die Technik das Maß aller Dinge und diese gilt es zu perfektionieren. Wie läuft es also ab? Eine digitale Kamera nimmt das Ohr auf, ein Computersystem verarbeitet es und identifiziert dann die Person. Wenn man die Daten vom Ohr hat, sagt Burge, kann der Computer auch gleich das passende Gesicht zum Ohr hervorzaubern. Der Mensch hingegen kann das nicht.

Mark Burge: "Wahrscheinlich wissen sie nicht, wie das Ohr ihres Freundes oder ihrer Freundin aussieht. Und schon gar nicht das eines anderen. Aber der Computer kann das sofort erkennen und allein vom Abbild des Ohrs den Namen und das Gesicht des Betreffenden wiedergeben. Wir können die Person dann leicht verifizieren."

Die Vision: Jeder, der ankommt, wegfährt, ein Gebäude betritt oder Geld abhebt, wird vom Computer blitzschnell identifiziert. Niemand bleibt unerkannt. Und man darf nur mehr durch die die Tür gehen, wenn man dafür auch autorisiert ist. Nach Auffassung des Technikers Burge hat das alles seine Berechtigung.

Mark Burge: "Ich glaube, daß wir in der modernen Gesellschaft Möglichkeiten haben müssen, um Zugänge zu beschränken. Zu ihrem Bankkonto, zu einem Gebäude. Und das muß automatisch gehen. Wir können nicht an jedem Eingang Wächter sitzen haben. Einer der besseren Wege ist Automation durch Biometrie. Vielleicht ist es auch der einfachere Weg. Wir müssen nicht von jedem Fingerprints machen, sondern es geht automatisch. Wenn wir das System haben, dann sollten wir es auch verwenden."

Mit einem Augenzwinkern Geld abheben, mit einem Fingerschnipser Türen Öffnen: salopp, aber auch sicher genug? Sicherer als Passwörter und Smartcard?

Mark Burge: "Es gibt legitime Gründe, die Ohr-Erkennung als Sicherheitssystem einzusetzen: etwa für den Zutritt zu Gebäuden, zu Informationen oder zu ihrem Kontoauszug. Es ist wie ein Passwort, das genau auf die Person zugeschnitten ist. Jemand kann mein Passwort ausfindig machen, aber er kann meine Biometrie nicht stehlen. Er kann sich mein Gesicht nicht ausborgen und auch nicht mein Ohr. Auch beim Zutritt von Gebäuden, wo nicht alle Menschen hineindürfen, ist es – glaube ich – wesentlich sicherer als andere Systeme. Denn nur Du persönlich kannst die Tür Öffnen und kein anderer."

Aber auch vor Mißbrauch des Ohrs ist man nicht gefeit. Ein Bild oder ein Abdruck des Ohrs könnte etwa fatale Folgen haben, wenn es in falsche Hände gerät. Ist das System vor Mißbrauch gesichert? Selbst der Techniker Mark Burge hat da so seine Zweifel.

Mark Burge: "Ob Mißbrauch damit betrieben werden könnte, darauf weiß ich nicht die richtige Antwort. Es ist mehr eine politische Frage. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, dann muß man eben etwas dagegen tun. In diesem Fall könnte man einen Hut tragen und die Ohren bedecken oder Ohrenschützer tragen oder sich die Haare wachsen lassen. In diesem Fall funktioniert unser System nicht."


Ear-Recognition oder: zeig mir dein Ohr und ich sag dir, wer du bist, von Edith Bachkönig, ORF



Ear Biometrics

Dr. Mark Burge  

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Biometrics: Personal Identification in a Networked Societ



Vision

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Biometrics

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Modified 09/14/2001

© 2001 Mark Burge